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Chronische Erkrankungen durch Störungen im Tag- und Nachtrhythmus

In der Wissenschaft gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass eine dauerhafte Blaulichtbelastung in den Abend- und Nachtstunden verschiedenste chronische Erkrankungen begünstigt, wie zum Beispiel Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes und bestimmte Arten von Krebs.

Wie bei allen chronischen Erkrankungen ist es eine Herausforderung, eine klare Ursache auszumachen und zu belegen, da diese Krankheiten sich oft über Jahre entwickeln. Wir zeigen hier anhand des gut untersuchten Beispiels Brustkrebs, wie Forscher anhand von Indizien zu belastbaren Ergebnissen kommen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Nächtliche Lichtverschmutzung und Brustkrebs

Aufgrund der bekannten Hormonwirksamkeit von Licht in der Nacht sind hormonabhängige Krebsarten wie Brustkrebs ein häufiger Forschungsgegenstand. In einer vielbeachteten Studie („Light at night co-distributes with incident breast but not lung cancer in the female population of Israel“) wurden die Brustkrebserkrankungen mit der Lichtbelastung bei Nacht, die anhand von Satellitendaten erfasst wurde, in Korrelation gesetzt.

Nach Berücksichtigung andere Faktoren wie z.B. Einkommen und ethnische Zusammensetzung der Population, wurde für die Gemeinden mit der höchsten nächtlichen Lichtbelastung ein um 73% höheres Brustkrebsrisiko errechnet. Das unveränderte Lungenkrebsrisiko diente als „Kontrollwert“, da bei Lungenkrebs davon ausgegangen wird, dass er nicht hormonabhängig ist, und daher das Risiko unabhängig von nächtlicher Lichtbelastung ist.

Diese überzeugenden Hinweise waren der Ursprung einer faszinierenden Übersichtsstudie:

Die oben genannte Studie ist zwar ein überzeugender Hinweis dafür, dass nächtliches Licht zu höheren Brustkrebsraten führen kann, aber kein abschließender Beweis. Da der Königsweg der medizinischen Beweisführung, die doppelblinde, placebokontrollierte Studie, sich bei nächtlichem Licht schwer durchführen lässt (was würde man als Lichtplacebo verwenden?), kann die Plausibilität der Theorie nur durch eine Metaanalyse von bestehenden Studien überprüft werden („Light-at-night, circadian disruption and breast cancer: assessment of existing evidence“).

Folgende Zusammenhänge müssten sich finden, wenn nächtliche Lichtbelastung tatsächlich das Brustkrebsrisiko erhöht:

1. Schichtarbeiterinnen (Nachtschicht) müssten ein höheres Risiko haben

2. Blinde Frauen müssten ein niedrigeres Risiko haben

3. Schlafdauer (als Marker für Dunkelheitsstunden) müsste indirekt proportional zum Risiko stehen

4. Die Lichtmenge im Schlafzimmer müsste sich direkt proportional zum Risiko verhalten

5. In Bevölkerungsstudien würde sich ein Zusammenhang zwischen städtischem Beleuchtungslevel und Brustkrebsrisiko zeigen

Die Metaanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass sich all diese Annahmen in medizinischen Studien nachweisen lassen.

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