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Lichtflimmern ist Lichtquellenabhängig. Hier LED-Spots

Lichtflimmern: Oft unsichtbar, immer relevant

Kennen Sie diese unbestimmte Müdigkeit der Augen, die sich nach einem langen Tag vor dem Bildschirm einstellt? Bekommen Sie unter bestimmten Lichtquellen leichter Migräne? Oder kennen Sie das befreiende Gefühl, wenn Sie aus einem neonbeleuchteten Supermarkt wieder ins klare Tageslicht treten?

All diese Phänomene können mit einer Eigenschaft von Kunstlicht zusammenhängen, die im Alltag kaum Beachtung findet. Es handelt sich um Lichtmodulation oder einfacher gesagt: Flimmern.

Kunstlicht im öffentlichen Raum - Lichtflimmern ist nicht immer sichtbar.

Grundlagen

Was ist Lichtflimmern?

Lichtmodulation beschreibt die Veränderung der Helligkeit einer Lichtquelle im zeitlichen Verlauf. Auch Tageslicht unterliegt einer solchen natürlichen Modulation: Am Morgen wird es allmählich heller, am Abend wieder dunkler. Diese Veränderungen erfolgen langsam und kontinuierlich.

Lichtflimmern ist davon klar zu unterscheiden. Es handelt sich um eine technisch bedingte, rhythmische Lichtmodulation, die häufig so schnell abläuft, dass sie nicht bewusst wahrgenommen wird.

Während das Flackern einer alten Leuchtstoffröhre gut erkennbar ist, sind die Flimmerfrequenzen vieler moderner Kunstlichtquellen so hoch getaktet, dass wir sie nicht direkt sehen können. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese schnellen Helligkeitsschwankungen wirkungslos bleiben.

Ursachen

Warum Kunstlicht flimmert

Lichtflimmern entsteht nicht zufällig, sondern als Folge der technischen Erzeugung und Steuerung von Kunstlicht. Während Tageslicht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verfügbar ist, muss künstliches Licht elektrisch erzeugt und geregelt werden. Je nach Stromversorgung, Elektronik und Dimmverfahren kann es dabei zu schnellen Helligkeitsschwankungen kommen.

Viele moderne Lichtquellen, insbesondere LEDs und Bildschirme, regeln ihre Helligkeit über zeitliche Steuerung. Das Licht erscheint gleichmäßig, obwohl es physikalisch nicht konstant ist. Wie stark eine Lichtquelle flimmert, hängt daher weniger vom Leuchtmittel selbst ab als von der Qualität der Ansteuerung.

Der Arzt und Lichtforscher Dr. med Alexander Wunsch widmet dem Thema Lichtflimmern in seinem Buch Die Kraft des Lichts ein eigenes Kapitel. Darin beschreibt er detailliert, wie Lichtmodulation entsteht, welche Rolle Frequenz und Modulationstiefe spielen und warum diese Eigenschaften für die Bewertung künstlicher Lichtquellen relevant sind.

„Lichtflimmern entsteht, wenn eine Lichtquelle mit Wechselstrom oder gepulstem Gleichstrom betrieben wird. Der Lichtstrom wird dann nicht kontinuierlich abgestrahlt. Stattdessen entstehen rhythmische Schwankungen der Leuchtdichte, das Licht wird also abwechselnd heller und dunkler. Für diesen Wert sind zwei Aspekte relevant, nämlich die Frequenz, in der die Helligkeit schwankt, und die Größe der Amplitude beziehungsweise Modulationstiefe, in der das Licht heller und dunkler wird – nur graduell oder von 100 Prozent auf 0 Prozent und zurück wie bei einem Stroboskopblitzlicht. Eine Glühlampe, die am Netzstrom betrieben wird, flimmert in der doppelten Netzfrequenz, also mit 100 Hz.


Die Modulationstiefe ist bei Glühlampen anders als bei einem Blitzlicht gering, da der Glühfaden auf die Amplitudenänderungen des Wechselstroms sehr träge reagiert. Das Plasma im Inneren von Leuchtstofflampen reagiert wesentlich flinker, was zu einem stärkeren Lichtflimmern mit höherer Modulationstiefe führt. LEDs reagieren noch flinker auf geringste Schwankungen in der Stromversorgung. Es hängt daher entscheidend von der Elektronik ab, ob eine LED-Lichtquelle flimmert oder nicht. Betreibt man sie mit reinem Gleichstrom, ist die LED flimmerfrei, an einem minderwertigen Vorschaltgerät angeschlossen mutiert sie hingegen zu einem Stroboskopblitz. 

Wenn eine LED gedimmt werden soll, greifen Lichttechniker gern zur bereits erwähnten Pulsweitenmodulation. Dabei wird die LED in schneller Folge ein- und ausgeschaltet und das Verhältnis zwischen dem Lichtpuls und der Dunkelpause verändert. Das Licht einer so gedimmten LED erscheint dem Auge zwar dunkler, in Wirklichkeit leuchtet die Lampe jedoch im Wechsel entweder bei voller Helligkeit oder ist inaktiv. 

Diese digitale Form der Dimmung ist eine Art optischer Täuschung, denn sie macht sich dieselbe Eigenschaft zunutze, die uns ab zwanzig Bildern in der Sekunde glauben lässt, wir würden einen flüssigen Bewegungsablauf sehen, zum Beispiel im Kino.“

(Dr. med Alexander Wunsch, Die Kraft des Lichts, S. 167 ff.)

 

So unruhig ist das vermeintlich gleichförmige Licht mancher Monitore.

Obwohl die meisten Menschen das Lichtflimmern bei höheren Frequenzen nicht mehr bewusst wahrnehmen können …

Einordnung

Flimmerlicht und seine Wirkung

Ob und wie Lichtflimmern auf den Menschen wirkt, lässt sich wissenschaftlich nicht pauschal beantworten. Die Forschung zeigt ein differenziertes Bild, in dem technische Eigenschaften des Lichts, Dauer der Exposition und individuelle Empfindlichkeit zusammenwirken.

Fest steht: Unser visuelles System ist nicht dafür ausgelegt, schnelle Helligkeitsschwankungen zuverlässig wahrzunehmen. Auch wenn Licht ruhig erscheint, können zeitliche Modulationen im Gehirn nachweisbar sein. In Studien und Erfahrungsberichten werden solche Lichtbedingungen unter anderem mit visueller Ermüdung, Kopfschmerzen oder Konzentrationsproblemen in Verbindung gebracht – insbesondere bei längerer Belastung oder bei empfindlichen Personen. In sicherheitsrelevanten Arbeitsumgebungen spielen sie zudem eine Rolle, weil flimmerndes Licht Bewegungen verfälschen und Stroboskopeffekte erzeugen kann. Eine klare Grenze, ab der Lichtflimmern als belastend gilt, lässt sich bislang jedoch nicht festlegen.

Ein hilfreicher Bezugspunkt ist das natürliche Tageslicht. Die Sonne flimmert nicht. Ihre Helligkeit verändert sich langsam und kontinuierlich. Künstliche Lichtquellen, die diesem Prinzip nahekommen, werden daher häufig als ruhiger und angenehmer empfunden. Lichtflimmern ist vor diesem Hintergrund kein klar definierter Risikofakto. Die Wirkung hängt immer vom Lichteinsatz, von der Stärke der Modulation und von der individuellen Empfindlichkeit ab.

Wer nicht sehen kann, muss hören

Lichtflimmern messbar machen

Wenn Lichtflimmern nicht sichtbar ist und seine mögliche Wirkung stark vom Kontext abhängt, bleibt im Alltag oft eine Unsicherheit zurück. Man spürt vielleicht Müdigkeit oder Unruhe, kann diese Empfindungen aber kaum einer konkreten Eigenschaft des Lichts zuordnen. Das Auge allein reicht hier nicht aus, um Lichtqualität zuverlässig zu beurteilen.

Eine naheliegende Konsequenz ist, Licht nicht nur zu betrachten, sondern seine Eigenschaften zu messen. Besonders anschaulich wird dieser Ansatz, wenn die zeitliche Modulation des Lichts nicht in abstrakten Zahlen dargestellt, sondern in eine andere Sinneswahrnehmung übersetzt wird. Wird Lichtflimmern hörbar gemacht, lassen sich Unterschiede unmittelbar erfassen – auch ohne technisches Vorwissen.

Dieser Ansatz liegt einem einfachen Gerät zugrunde, das der Arzt und Lichtforscher Dr. med Alexander Wunsch entwickelt hat. Durch die Übertragung der Lichtmodulation in den hörbaren Bereich entsteht eine direkte, intuitive Rückmeldung: Ruhiges, flimmerfreies Licht erzeugt kaum ein Signal, während stark modulierte Lichtquellen deutlich hörbare Muster zeigen.

Auf dieser Grundlage entstand der LiMoTest solar. Er macht eine Eigenschaft künstlicher Lichtquellen erfahrbar, die sonst verborgen bleibt, und ermöglicht so eine sachlichere Einordnung von Licht – jenseits von subjektivem Eindruck oder technischer Versprechen.

Licht ist mehr als Helligkeit - und muss bewusst gewählt werden

Wenn wir über Licht sprechen, denken wir meist zuerst an Helligkeit oder Lichtfarbe. Doch Licht wirkt auch über Eigenschaften, die weniger offensichtlich sind – etwa die Lichtmodulation. Lichtflimmern ist das Paradebeispiel dazu. Es ist oft unsichtbar, nicht immer eindeutig einzuordnen, aber relevant genug, um genauer hinzuschauen.

Im Alltag bedeutet das vor allem eines: Lichtqualität lässt sich nicht immer auf den ersten Blick beurteilen. Messbarkeit kann helfen, Unterschiede sichtbar zu machen, die dem Auge entgehen. Gleichzeitig zeigt der Blick auf aktuelle Technik, dass es durchaus Alternativen gibt. Heute sind flimmerfreie, dimmbare LED-Lampen mit guter Farbwiedergabe verfügbar, die ruhiges Licht bieten und sich flexibel einsetzen lassen.

Eine bewusste Lichtumgebung entsteht nicht durch Verzicht auf Kunstlicht, sondern durch Auswahl. Wer weiß, worauf es ankommt, kann Licht gezielt so einsetzen, dass es zum Raum, zur Nutzung und zum eigenen Empfinden passt – ob am Arbeitsplatz, im Wohnbereich oder unterwegs.

Bildnachweis:

Titelbild:    -Black Track Lighting by Alex Makhalov via Canva.com
Im Blog:    -Futuristic Tunnel by Liuuu_61 from Pexels via Canva.com
-eigene Grafik zur Lichtmodulation
-Person working…  by Stefanut Sava’s Images via Canva.com
-eigenes Produktfoto

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