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Wir sehen Rot – aber unsere Augen empfangen ein Spektrum

Rot ist Rot. Blau ist Blau. Grün ist Grün.

So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Unser Auge vermittelt uns einen bestimmten Farbeindruck – und wir gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass zwei ähnlich aussehende Farben auch ein ähnliches Licht bedeuten.

Doch physikalisch ist das keineswegs so.

Zwei Filter können für uns nahezu gleich rot erscheinen und dennoch völlig unterschiedliche Bereiche des sichtbaren Lichts durchlassen. Was wir als Farbe wahrnehmen, ist das Ergebnis der Verarbeitung durch unser visuelles System. Dahinter steht jedoch ein Spektrum: eine ganz bestimmte Verteilung unterschiedlicher Wellenlängen.

Genau dieser Unterschied ist entscheidend, wenn wir uns nicht nur dafür interessieren, wie eine Farbe aussieht, sondern welches Licht tatsächlich das Auge erreicht.

Farbe vs Spektrum

Der Farbeindruck zeigt uns nicht das ganze Bild

Sichtbares Licht umfasst einen breiten Wellenlängenbereich von ungefähr 380 bis 780 Nanometern. Innerhalb dieses Bereichs reagieren die verschiedenen Fotorezeptoren unseres Auges unterschiedlich auf das einfallende Licht. Aus diesem Zusammenspiel entsteht schließlich unsere Farbwahrnehmung.

Das führt zu einem interessanten Phänomen:

Unterschiedliche spektrale Zusammensetzungen können einen sehr ähnlichen Farbeindruck hervorrufen.

Ein roter Filter kann beispielsweise bestimmte grüne Wellenlängen sehr stark reduzieren und andere Spektralbereiche weitgehend passieren lassen. Ein anderer Filter kann ebenfalls rot aussehen, das Licht jedoch wesentlich breitbandiger und weniger selektiv verändern.

Für unser Auge mögen beide zunächst „rot“ sein.

Spektral betrachtet sind sie es nicht. Der Farbeindruck allein beschreibt noch nicht die spektrale Funktion einer Farbe.

Zwei rote Farbbrillen, deren Gläserfarbe auf den ersten Blick ähnlich aussieht.
Ein ähnlicher Farbeindruck bedeutet nicht automatisch eine ähnliche spektrale Zusammensetzung des durchgelassenen Lichts.

Präzise Messung

Was eine Transmissionskurve sichtbar macht

Um zu erkennen, was ein Farbfilter tatsächlich mit dem einfallenden Licht macht, genügt deshalb ein Blick auf die Filterfarbe nicht.

Dafür wird die spektrale Transmission gemessen.

Eine Transmissionskurve zeigt für jede Wellenlänge, welcher Anteil des einfallenden Lichts den Filter passiert. Dadurch wird sichtbar, ob ein Filter bestimmte Spektralbereiche nahezu vollständig unterdrückt, teilweise reduziert oder besonders stark passieren lässt.

Erst diese Messung zeigt den eigentlichen spektralen „Fingerabdruck“ eines Filters.

Gerade bei Farbfiltern können die Unterschiede erheblich sein.

Selektive Spektren

Warum die Farbsättigung eine wichtige Rolle spielt

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Sättigung einer Farbe.

Ein kräftiges, hochgesättigtes Rot und ein blasses Rot gehören zwar für unsere Wahrnehmung derselben Farbfamilie an. Spektral kann zwischen beiden jedoch ein erheblicher Unterschied bestehen.

Je stärker Weißlicht beziehungsweise andere Wellenlängenanteile in einer Farbe enthalten sind, desto weniger selektiv ist das resultierende Spektrum.

Man kann sich das vereinfachend als eine Verdünnung vorstellen: Eine hochgesättigte Farbe weist eine deutlich ausgeprägtere spektrale Charakteristik auf. Wird sie zunehmend mit breitbandigem Licht überlagert, bleibt der grundsätzliche Farbeindruck möglicherweise erhalten – die spektrale Zusammensetzung verändert sich jedoch.

Deshalb ist Farbsättigung nicht nur eine Frage der Ästhetik.

Sie ist eine physikalisch relevante Eigenschaft des Lichts, das durch einen Farbfilter ins Auge gelangt.

Color appearance is not color function.

PRiSMA Brillen im Dinshah Farbkreis
Die SpektroChrom Brillen lassen genau die von Dinshah festgelegten Frequenzen zum Auge.

Definierte Farben

Genau hier setzt SpektroChrom an

Das SpektroChrom-System nach Dinshah P. Ghadiali arbeitet mit zwölf genau definierten, hochgesättigten Farben.

Entscheidend ist dabei nicht einfach, dass eine Brille beispielsweise gelb, grün, blau oder türkis aussieht. Entscheidend ist die jeweilige spektrale Charakteristik des Filters.

Die PRiSMA SpektroChrom-Brillen wurden deshalb nicht nach einem möglichst angenehmen oder modischen Farbeindruck entwickelt. Die Filter sollen die charakteristischen Farben des SpektroChrom-Systems möglichst präzise wiedergeben.

Das unterscheidet einen definierten SpektroChrom-Filter von einer beliebigen farbigen Brille.

Eine handelsübliche rote Brille ist deshalb nicht automatisch ein SpektroChrom-Rot. Ebenso wenig entspricht irgendein blauer, grüner oder violetter Filter automatisch der entsprechenden SpektroChrom-Farbe.

Die sichtbare Farbe ist nur der erste Eindruck.

Das Spektrum dahinter ist entscheidend.

was wir sehen und was wirkt

Das Auge sieht Farbe – Licht bleibt Physik

Unsere Farbwahrnehmung ist eine erstaunliche Leistung. Sie reduziert eine komplexe spektrale Information auf einen unmittelbar verständlichen Farbeindruck.

Für den Alltag ist das äußerst praktisch.

Wer sich jedoch genauer mit Licht und Farbe beschäftigt, muss einen Schritt weitergehen. Denn ein Farbeindruck verrät uns nicht eindeutig, aus welchen Wellenlängen sich das Licht zusammensetzt.

Das gilt nicht nur für SpektroChrom. Derselbe Grundsatz begegnet uns auch bei Sonnenbrillen, Blaulichtfiltern, künstlicher Beleuchtung und modernen LED-Lichtquellen.

Zwei Lichtquellen können beide „weiß“ erscheinen und trotzdem völlig unterschiedliche Spektren besitzen. Zwei Brillengläser können ähnlich rot aussehen und trotzdem ganz unterschiedliche Wellenlängen herausfiltern.

Deshalb betrachten wir bei PRiSMA Licht nicht allein danach, wie es aussieht, sondern danach, woraus es besteht.

Symbolbild für ein SpektroChrom Webinar
Wenn Sie mehr über die SpektroChrom Methode erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen die Online-Seminare von Dr. Alenxander Wunsch

Farbe mit System

Wenn wir eine rote Brille aufsetzen, sehen wir zunächst Rot.

Was unser Auge tatsächlich empfängt, ist jedoch kein abstrakter Farbname, sondern Licht mit einer ganz bestimmten spektralen Zusammensetzung.

Und genau darin liegt ein wesentlicher Schlüssel zum Verständnis von Farbfiltern:

Gleiche Farbfamilie bedeutet nicht gleiches Spektrum.

Oder noch einfacher:

Wir sehen Rot – aber unsere Augen empfangen ein Spektrum.

Titelbild:
– Komposit-Bild auf Basis von „Red Theater Curtain“ von TrueCreatives via Canva.com und „Prism Reflections“ von Evie Shaffer / Pexels via Canva.com

Im Artikel:
– eigenes Bildmaterial (c) Innovative Eyewear
– KI-generierte Inhalte
– Komposition auf Basis von „Laptop Mock Up at Workplace in Office“ von SeventyFour/Getty Images via Canva.com

 

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