Sehen, Lesen, Lichthygiene

Eine Empfehlung von Alexander Wunsch
 

Die heutige Welt schafft eine Vielzahl von Möglichkeiten, die uns das Leben erleichtern. Nicht alle Änderungen modernen Lebens sind für unsere Gesundheit zuträglich. Während das Lesen seit der Erfindung des Buchdrucks auf dem Medium Papier stattfand, verlagert sich dieser Vorgang heute immer mehr auf Bildschirme, sei es im Büro, in der Schule oder auch im privaten Umfeld. Wenn Inhalte von Bildschirmen abgelesen werden, blicken wir dabei in aktive Lichtquellen, die unsere Netzhaut bestrahlen. Auch wollen wir die Buchstaben scharf sehen, daher wird das Licht von der Augenlinse wie mit einem Brennglas in die Stelle des schärfsten Sehens im Auge gebündelt. Wenn wir unsere Sehgewohnheiten mit denen unserer Vorfahren vergleichen, stellen wir fest, dass sich hier sehr viel verändert hat – leider nicht zum Besten unserer Augen!

Beim Lesen von Papier wird die Lichtfarbe verändert, da nur ein Teil des einfallenden Lichts zurückgestrahlt wird. Da noch vor wenigen Jahrzehnten meist ungebleichtes Papier verwendet wurde, wirkte dieses wie eine Art Filter, der die überschüssigen Blauanteile automatisch reduzierte. Heute ist selbst das Lesen von Papier für das Auge eine Anstrengung, da blütenweißes Papier aufgrund der verwendeten Weißmacher den sichtbaren Blauanteil sogar noch verstärkt.

Warum ist der Blauanteil beim Lesevorgang so bedeutend? Hier lohnt sich zunächst ein kleiner Abstecher in die Grundlagen der Optik. Das Auge ist zum Teil aufgebaut wie eine Kamera und arbeitet mit Linse und optischen Medien wie z.B. dem Glaskörper. Jedes optische Medium bricht die Lichtstrahlen in typischer Weise und weist daher auch solche Effekte auf, wie sie beispielsweise in einem Prisma zu beobachten sind. Hier werden die Lichtstrahlen so gebrochen, dass weißes Licht in seine Anteile zerlegt wird, wobei das langwellige, rote Licht weniger stark gebrochen wird als die kurzwelligen Blauanteile. Bei allen Linsen macht sich dieser Unterschied im Brechungsverhalten der einzelnen Farben als Farbfehler bemerkbar, der Optiker spricht hier von Chromatischer Aberration. Am stärksten ist der blaue Anteil des Lichtes betroffen, da er für Farbsäume sorgt, die scharfes Sehen erschweren. Im Sport, wo scharfes Sehen ein zentrales Thema ist, werden bereits Brillen verwendet, die die hohen Blauanteile im Licht herausfiltern. Tennisspieler, Golfer, Piloten, Skifahrer und Sportschützen nutzen diese Methode gerne, um ihre Leistungen zu optimieren.

Aber nicht nur für schärferes Sehen ist es für das Auge von Vorteil, wenn weniger blaues Licht auf die Netzhaut trifft. Die medizinische Forschung der letzten Jahre hat noch zwei weitere Mechanismen erkannt, die über blaues Licht ausgelöst werden können. Einmal hat kurzwelliges Licht einen Einfluss auf unser Hormonsystem im Sinne einer körperlichen Aktivierung bis hin zur Auslösung von systemisch-hormonellem Stress, zum anderen hat man mittlerweile erkannt, dass blaues Licht im Gewebe des Organismus zu einer verstärkten Sauerstoff-Radikalbildung führt. Während blaues Licht also Zellstress hervorruft, kann langwelliges Licht diesem Zellstress entgegenwirken und die Regeneration des Gewebes fördern.

In der Natur sorgt die Zusammensetzung von Sonnenlicht und Feuer automatisch für eine ausgewogene Wirkung im Gewebe, da immer die langwelligen Anteile überwiegen. Feuer enthält ohnehin sehr wenig Blauanteile, aber auch im Sonnenlicht ist der langwellige Strahlungsanteil, also Rot und Nahinfrarot, deutlich stärker ausgeprägt als die kurzwelligen Anteile, die den Zellstress auslösen können.

Diese augenschonenden Eigenschaften von Licht finden sich nur bei den natürlichen Lichtquellen, bei denen Lichtstrahlung und Wärmestrahlung vergesellschaftet sind, also beim Sonnenlicht und beim Feuer. Sogar die Glühlampe kann damit zu den natürlichen Lichtquellen gezählt werden, denn auch ihr Licht folgt der Gesetzmäßigkeit natürlicher Strahlungsverteilung.

Ganz anders verhält es sich bei den modernen Entladungslampen und LEDs (Leuchtdioden)! Denn hier ist systembedingt immer ein hoher Blauanteil vorhanden, der nicht durch langwellige Strahlung kompensiert wird. Weder Energiesparlampen noch weiße LED erzeugen nennenswerte Anteile im dunklen Rot oder Nahinfrarot, somit fällt hier der Effekt der Geweberegeneration durch langwellige Strahlung weg. Die physiologische Bilanz dieser neuartigen Lichtquellen mit synthetischem Spektrum ist also doppelt negativ, denn sie erzeugen mehr Zellstress durch den hohen Blauanteil und gewährleisten weniger Zellregeneration durch die fehlende langwellige Strahlung und Wärme.

Gerade in der Netzhaut kann sich dies zusätzlich negativ bemerkbar machen, denn in der Stelle des schärfsten Sehens ist die Durchblutungssituation für die Zellen alles andere als optimal, obwohl Nährstoff- und Sauerstoffbedarf hier besonders hoch sind: damit wir scharf sehen können, dürfen keine Blutgefäße über der Stelle des schärfsten Sehens liegen. Das Auge ist hier in erster Linie auf Diffusion angewiesen, um die Nährstoffe anzutransportieren und die Stoffwechselschlacken zu entfernen. Wie überall im Körper die Wärmestrahlung solche Stoffwechselvorgänge als auch die Durchblutung verbessert, so wirkt die wohldosierte Wärmestrahlung auch in der Netzhaut äußerst positiv. Wenn man häufig mit Lichtquellen zu tun hat, bei denen der Wärmeanteil fehlt, ist die einzig verbleibende Möglichkeit, die negativen Wirkungen auf die Netzhaut zu entschärfen, die Filterung der hohen Blauanteile. Dies geschieht am zweckmäßigsten über das Tragen einer gelben Brille mit speziellen Filtereigenschaften, die auf die Spektralverteilung der Kunstlichtquelle zugeschnitten sind.

Zuletzt soll noch der Einfluss von kurzwelligem Licht auf den Hormonhaushalt des Menschen betrachtet werden. Seit etwa zehn Jahren kennt die Wissenschaft den Mechanismus, der für die hormonellen Effekte blauen Lichts verantwortlich ist. In der Netzhaut befinden sich neben den Sehzellen auch noch andere Zellgruppen, die so genannten Ganglienzellen. Einige davon sind für blaues Licht empfänglich, ohne jedoch am Sehvorgang selbst beteiligt zu sein. Werden diese Zellen durch blaues Licht aktiviert, senden sie Signale an die innere Uhr und an die hormonellen Steuerungszentren des Organismus. Dadurch passt sich der Körper an die Umgebungsbedingungen an und synchronisiert seine innere Uhr mit den Rhythmen der Natur. Durch helles, bläuliches Licht zur falschen Zeit wird die innere Uhr verstellt. Besonders in der Nacht ist unser Körper besonders störungsanfällig für solche lichtinduzierten Taktstörungen. Wenn sich diese häufen oder sogar regelmäßig vorkommen, kann dies äußerst nachteilige Konsequenzen für die Gesundheit haben.

Alle bisher genannten Aspekte weisen in die Richtung, mit unseren modernen Lichtquellen sehr bewusst und vorsichtig umzugehen. In vielen Situationen ist es aus lichtbiologischer Sicht sinnvoll, den hohen Blauanteil im Kunstlicht herauszufiltern. Bei der Arbeit am Bildschirm, im Büro sowie ganz allgemein in den Abendstunden nach Sonnenuntergang ist die Reduktion der  hellen, bläulichen Lichtanteile als lichthygienische Maßnahme sinnvoll, insbesondere dann, wenn bereits bestimmte Grunderkrankungen oder Symptome vorliegen, die auf einen Zusammenhang mit Licht hinweisen. Dies können Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung oder auch Schlafstörungen sein.

Da die meisten Menschen z.B. am Arbeitsplatz keinen Einfluß auf die Art der Beleuchtung nehmen können, ist eine Filterbrille, die übermäßige Blauanteile eliminiert, oft die einzige Möglichkeit für Betroffene, der Beeinträchtigung durch aggressives synthetisches Licht zu entkommen. Besonders bei der Bildschirmarbeit, aber auch im häuslichen Umfeld kann diese spezielle Brille hervorragende Dienste leisten. Die PRiSMA bluelightprotect-Brille hat mittlerweile eine mehrjährige Geschichte und tausende zufriedener Anwender. Sie ist das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit eines Lichtbiologen (Alexander Wunsch) mit dem führenden deutschen Hersteller farbiger Therapiebrillen (Innovative Eyewear). Durch die Verschmelzung lichtbiologischer Kompetenz mit modernster Fertigungstechnik ist mit der PRiSMA bluelightprotect-Brille ein qualitativ hochwertiges Produkt für die moderne Gesundheitspflege und Lichthygiene entstanden, das bereits vielen Menschen ein angenehmeres und gesünderes Leben und Arbeiten ermöglicht.